Die Siegerschau fand dieses Jahr erstmalig in Braunschweig statt,
einer Stadt im Norden Deutschlands, die etwa 60 km östlich von
Hannover liegt. Braunschweig hat sich zu einer modernen Stadt
gemausert, ist städtebaulich äußerst attraktiv und bietet eine
schöne Altstadt.
Die Stadt von Heinrich dem Löwen ist die größte im südöstlichen Teil
von Niedersachsen. Eine reizvolle und spannende Mischung von
Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Zukunft kennzeichnen
Braunschweig.
Aufgrund der vielen Besucher, die sich in Hotels rund um den
Veranstaltungsort eingebucht hatten, war es etwas schwierig, eine
Unterkunft zu finden. Einige Unterkünfte standen nicht zur Wahl, da
die Hunde dort nicht in einer ländlichen Umgebung untergebracht und
bewegt werden konnten, andere 3- und 4-Sterne-Hotels in Braunschweig
waren schon zu Jahresbeginn vollständig ausgebucht.
An dieser Stelle also die dringende Empfehlung an die vielen
Tausend, die nächstes Jahr zur Siegerschau nach Aachen kommen
möchten: Reservieren Sie Ihre Hotelunterkunft so früh wie möglich.
Die Hotels in Aachen werden voraussichtlich auch teurer als die in
den üblichen Austragungsorten für die Siegerschau sein, Sie sollten
Ihr Budget also entsprechend planen. Offensichtlich gehen die Preise
dort deutlich nach oben, wenn eine Veranstaltung im Reitsportzentrum
stattfindet.
Die Braunschweiger Siegerschau 2007 fand im Eintracht-Stadion statt,
ein großartiger Austragungsort für diese äußerst beliebte
Weltsiegerschau, weit besser geeignet als das Niederrheinstadion
Oberhausen für das Event 2006 und in unmittelbarer Nähe zu dem
erstklassigen Veranstaltungsort in Ulm bei Stuttgart. Ich habe
vollstes Verständnis für die Schwierigkeiten, die der SV jedes Jahr
dabei hat, einen geeigneten Austragungsort zu finden, ganz zu
schweigen von dem unglaublichen organisatorischen Aufwand bei der
Planung und der Inszenierung eines so großen Events. Wir alle
sollten den Beteiligten, die so hart dafür arbeiten, diese tolle
Veranstaltung Jahr für Jahr für uns zu realisieren, danken und
unsere Anerkennung zollen. Es möge noch lange so weitergehen, auf
dass wir noch lange die kontinuierlichen Verbesserungen aller
Aspekte dieses Events genießen können, das für den GSD so
entscheidend ist.
Die Ringe für die beiden Jugendklassen (12 bis 18 Monate) (Rüden &
Hündinnen) und die beiden Junghundklassen (18 bis 24 Monate) (Rüden
& Hündinnen) lagen nur einen kurzen und angenehmen Spaziergang vom
Hauptstadion entfernt. Weitläufige, gut bemessene Ringe mit einem
guten Zugang von allen Seiten, was für die Zuschauer und die
zahlreichen Rufer von großem Vorteil war. Es war bemerkenswert, wie
sehr sich die Anlagen für Double-Handling eigneten, ein sehr
wichtiges Element, um den Deutschen Schäferhund so vorteilhaft wie
möglich zu zeigen und zu präsentieren.
Im Hauptstadion befanden sich die Sitze näher an den Hunden als in
den sonst bei Siegerschauen üblichen Stadien. Dies verschaffte den
Zuschauern ein wesentlich besseres Erlebnis und machte Ferngläser
oftmals überflüssig. Ebenso gab es einige wundervolle Blickwinkel im
ganzen Stadion, um alle berühmten Hunde und ihre Nachkommen
anzuschauen, oder auch die ersten 20 der Jugend- und
Junghundklassen, als sie am Sonntag zur Mittagszeit durch das
Hauptstadion geführt wurden. Die Zuschauer und Aussteller begrüßten
dies sehr und viele hatten danach das Gefühl, dass sie aus dieser
Schau sehr viel mehr als aus den vergangenen Siegerschauen mitnehmen
konnten.
Ich hoffe sehr, dass der SV plant, diese Veranstaltung in naher
Zukunft wieder in Braunschweig stattfinden zu lassen – oder in Ulm,
auch einer meiner bevorzugten Austragungsorte.
Für das leibliche Wohl sorgten eine Reihe von unterschiedlichen
Anbietern, es gab Bratwurst, vor allem Western Steaks (marinierte
Schweinesteaks) und reichlich von dem großartigen deutschen Bier,
das sicherlich vielen Briten besonders gut geschmeckt hat. Rund um
das Stadion befanden sich viele Stände, die unterschiedliche
Produkte für den Hund verkauften.
Es fanden die üblichen gesellschaftlichen Zusammenkünfte statt,
insbesondere zwischen Freunden und Bekannten aus verschiedenen
Ländern. Ein wertvoller Aspekt der Siegerschau ist es, Menschen zu
treffen und über die Schäferhundszene zu sprechen, ihre Höhen und
Tiefen, die Mutmaßungen und die Gerüchte, die Tipps für den Erfolg,
die Enttäuschungen und die vermutlichen Gewinner und Platzierungen
für jede Klasse etc. etc. Dies ist ein höchst erfreulicher Teil
dieser tollen Show und bietet vielen einen Einblick in das Know-how
und die Wahrnehmung der deutschen Show-Szene anderer. Es überrascht
mich immer wieder, wie viele Menschen das System der Deutschen Schau
nicht verstehen und dass die Beurteilung für diese spektakuläre
Veranstaltung jedes Jahr bereits im April beginnt. Es wäre für die
GSD-Liga und den progressiven WUSV Breed Club hier in Großbritannien
sehr nützlich, wenn Seminare zum deutschen Zucht- & Schauwesen
stattfinden würden. Andere WUSV-Clubs in unterschiedlichen Ländern
könnten genauso verfahren – und ich bin sicher, dass derartige
Seminare von allen sehr begrüßt und gut besucht sein würden.
Die Finalgruppen der Gebrauchshundklassen (über 2 Jahre) wurden am
Sonntagnachmittag im Hauptstadion bewertet. Aufgrund des extrem
großen Eingangs wurden die Klassen gezwungenermaßen in Gruppen von
etwa 50 oder 60 zusammengefasst, und um die größeren, jüngeren
Klassen zu versorgen, kann es bis zu vier Gruppen geben, wie
beispielsweise bei der Klasse der jungen Hündinnen. So ist es bei
der Bewertung einer Gruppe recht üblich, dass einige aus dem
vorderen Feld einer niedrigeren Gruppe in die nächsthöhere genommen
werden, um diese zu komplettieren.
Laut Wettervorhersage sollten wir während der 3 Tage Sonne, Wolken,
einige Schauer und Regen haben. Das Wetter war aber tatsächlich
während der meisten Zeit der Schau sehr gut – mit einigen Wolken und
heftigeren Schauern am Freitag. Am Sonntag war es dann für die Hunde
wie auch die Zuschauer nahezu perfekt. Die Temperaturen waren
während der drei Tage recht angenehm. Wenn man bedenkt, dass die
Schau in Norddeutschland stattfand, wo das Wetter dem englischen
ähnelt, so fürchteten viele, dass uns Regen den Spaß verderben
könnte. Ich bin mir sicher, dass die meisten Besucher kleidungsmäßig
für den besten wie auch den schlimmsten Fall ausgerüstet waren.
Wie sonst auch habe ich die ‘HAUPTERGEBNISSE’ auf meiner Website
www.videxgsd.com
zusammengestellt und ich hoffe, dass diese für Sie von Interesse
sind. Sie können dort auch auf einen Blick die wichtigsten Gewinner
und deren Vater- und Muttertier sehen; ebenso sind die Rüden
hervorgehoben, die die besten Nachkommen gebracht haben.
Die Siegerschau 2007 brachte eine Änderung bei den Richtern für die
Gebrauchshundklasse Hündinnen mit sich: Bernhard Norda vom Zwinger
vom Klostermoor, und der Richter für die Gebrauchshundklasse Rüden,
Reinhardt Meyer, vom Zwinger vom Bergmannshof. Reinhardt ist der neu
gewählte SV Bundeszuchtwart.
Bernhard Norda ist ein bekannter und angesehener SV Richter. Er hat
ein ruhiges, angenehmes Wesen und sein Know-how und die Erfahrung
beim Richten der Gebrauchshundklasse der Hündinnen machten das
Zuschauen zu einer wahren Freude.
Reinhardt Meyer brachte mit seiner Wahl zum SV Bundeszuchtwart im
Dezember 2006 viele Fragen und Erwartungen auf, wie er die
Gebrauchshundklasse Rüden beurteilen und wie er einige seiner
erklärten Pläne und Ansichten zu unserer Zucht umsetzen würde.
Reinhardt ist für seine Ansichten und seine eiserne Entschlusskraft
zur zukünftigen Ausrichtung unserer Zucht bekannt. Dies wird
sicherlich für Aufruhr bei seinen Richterkollegen und den
Körmeistern sorgen. Hierzu werde ich später noch kommen.
Die Ursus-Blutlinie war in allen Klassen reichlich vertreten. Es ist
jedoch klar, dass jetzt auch alternative Blutlinien auftauchen, die
sehr gut zu den vielen Qualitäten, die Ursus unserer Rasse
verschafft hat, passen. Wir sollten immer daran denken, dass sich
die Kraft und die Substanz, die Ursus vererbt hat und die in seinen
Söhnen und Töchtern weiterleben, gut kombinieren lassen und den
Rüden mittlerer Kraft und Substanz nützen. Die erfolgreichen Zwinger
für unsere Rasse wissen um den Wert einer vererbbaren weiblichen
Linie und dass die Auswahl von geeigneten Rüden für ihre Hündinnen
äußerst sorgfältig erfolgen muss.
Eine der herausragenden Blutlinien in 2006 war die von Dux della
Valcuvia. Sein Sohn Quantum von Arminius VA2 und der Sohn von
Quantum, Zamp vom Thermodos, VA1 & Sieger, produzieren auch
weiterhin sehr gut. Zamp verfügt über hervorragende
Nachkommengruppen. Die beste Gruppe, die ich bei all meinen Besuchen
auf Siegerschauen gesehen habe. Für mich hat seine Gruppe die von
2006 noch übertroffen. Diese Blutlinie wird zweifelsohne eine
größere Rolle bei der zukünftigen Entwicklung unserer Rasse spielen.
In meinen letzten “Impressionen” habe ich den Wert der
Vererberqualitäten der Hündinnen betont und die Dux-, die Quantum-
und die Zamp-Blutlinie belegen diese Tatsache nachdrücklich.
Kombinieren Sie diese erstklassigen Hündinnen mit hervorragenden
Vatertieren und Sie können die wichtige Vaterlinie sehen, die
entsteht. Genau deshalb sind diese Blutlinien so wertvoll für unsere
Zucht. Natürlich werden sie mit anderen Linien kombiniert und auch
weiterhin einen positiven Beitrag zu unserer Zucht leisten.
Auch bei der diesjährigen Siegerschau gab es die übliche große Zahl
von zurückgezogenen Hunden. Der jährliche Exodus lässt mich
verzweifeln. Er ist ein Affront gegen die Richter und sollte
strenger kontrolliert werden. Aus E-Mails, die mich erreichten, weiß
ich, dass viele Aussteller das Gefühl haben, dass ihr Hund vom
Richter beleidigt wurde. Sie halten den zugewiesenen Platz für
unwürdig und ziehen aus diesem Grund ihren Hund zurück. Meine
Antwort darauf ist ganz einfach: Sie haben Ihren Hund zur
Beurteilung durch den Richter eingetragen, wenn Sie sie erhalten,
akzeptieren Sie sie einfach. Dass die Richter der Siegerschau diese
beleidigende Menge an Zurückziehungen akzeptieren, überrascht mich
immer wieder.
Die Miteinbeziehung und Platzierung von einigen SEHR GROßEN Rüden
in dieser und anderen Klassen, einschließlich einiger VA Rüden und
Hündinnen und anderer Gebrauchshündinnen bei der diesjährigen
Siegerschau wirft grundlegende Fragen bezüglich der Integrität der
deutschen Körordnung auf. Die Aussage, dass es ihr an Integrität
FEHLT, ist sicherlich nicht falsch.
Die SV Körung verlangt, dass alle Rüden der Klasse 1 ein Maß von 65
cm oder weniger am Widerrist haben. Natürlich kann ein Rüde mit
einem Maß von 65 bis 66 cm nur eine Körklasse 2 erhalten und nach
der SV Zucht- und Körordnung kann JEDER RÜDE MIT ÜBER 66 cm NICHT
ANGEKÖRT WERDEN und JEDE HÜNDIN MIT ÜBER 61 cm NICHT ANGEKÖRT
WERDEN. Die SV Regeln besagen weiterhin, dass die Entscheidung eines
Körmeisters in dieser Angelegenheit nicht angefochten werden kann,
selbst wenn er 65 cm oder 66 cm mit einem höheren Maß misst und
dementsprechend dem Rüden eine Körung verweigert. Derartige Regeln
sind in unserem Sport nicht angebracht. KEIN Mensch ist eine Insel
für sich, und absolute Macht korrumpiert.
Viele glauben, dass Reinhardt Meyer viele Herausforderungen, mit
denen sich unsere Zucht konfrontiert sieht, angehen wird,
insbesondere das Thema Größe, so dass die Richter hier nichts mehr
zu sagen haben. Ganz klar wird dies eine enorme Aufgabe für
Reinhardt sein, da es dieses Jahr einige SEHR GROßE Rüden in seiner
VA-Gruppe und im Rest seiner Klasse gab. (Auch die Ergebnisse der
italienischen Siegerschau werden viele Leute beeinflussen, was ein
ernsthaftes Angehen des Größenproblems betrifft – mit Nando als
Sieger.)
Ich habe sicherlich noch mehr zum Problem der Größe zu sagen. Denken
Sie jedoch nicht, dass ich große Hunde nicht mag – es ist nur meine
klare Einstellung, dass ich einfach möchte, dass unser Standard bei
der Zuchtgröße auf einen realistischen, echten Standard gebracht
wird. Die unehrlichen Methoden beim Messen, die in Deutschland und
anderswo herrschen, müssen aufhören – sie sind einfach nicht länger
akzeptabel oder tolerierbar.
Viele hochplatzierte deutsche Hunde werden sehr häufig zur Zucht
verwendet und oft auch ins Ausland verkauft. Ich glaube, dass viele
dieser Hunde die komplett falsche Höhe beim Widerrist in ihrer
Körung haben. Wäre die Messung korrekt und in Übereinstimmung mit
der derzeitigen SV Zucht- und Körordnung erfolgt, würden solche
Hunde eine Körung NICHT mehr erhalten. Ein derartiger Verlust wäre
für unsere Zucht eine Tragödie. Können Sie sich vorstellen, wo
unsere Zucht heute ohne einige dieser großartigen (großen) Rüden
wäre? Die SV Zucht- und Körordnung sollte derartige Rüden nicht aus
unserem Zuchtbestand ausschließen, und ihr Einschluss sollte nicht
darauf basieren, dass solche Regeln gebrochen werden – daher bin ich
für Änderungen.
Mir wurde berichtet, dass viele der deutschen, importierten Rüden
dieses Jahr mit einer Körklasse 1 bei der kanadischen Siegerschau
eingetragen wurden und mir wurde auch mitgeteilt, dass der deutsche
SV Richter diese Rüden gemessen und sie aus der Gebrauchshundklasse
geworfen hat, da sie zu groß waren. Ich weiß auch, dass viele der
erbosten Besitzer dieser Rüden darüber nachdenken, Klage gegen den
SV hinsichtlich ihrer Körung gemäß der Zucht- und Körordnung zu
erheben, bei der es zu offensichtlichen und sehr schwerwiegenden
Ungenauigkeiten kam. Ich würde gerne mehr über diese und ähnliche
Vorkommnisse erfahren. Es besteht kein Zweifel, dass etwas an
unserem Zuchtstandard hinsichtlich der Größe unserer GSD und an den
Regeln und Vorschriften in Verbindung mit dem Messen von Hunden
geändert werden muss.
Unser derzeitiger Rassestandard schreibt vor, dass die ideale Größe
für einen Rüden bei 62,5 cm liegt – was für ein Witz. Wie viele
Rüden mit dieser Größe finden Sie unter den tausenden bei der
Siegerschau? Der Standard besagt weiter, dass eine Abweichung von
2,5 cm in beide Richtungen von diesem Ideal zulässig sind. Können
Sie sich einen Rüden mit 60 cm vorstellen? Ich würde hysterisch
zusammenbrechen, wenn ich jemals einen sehen sollte. Und würde ich
jemals einen züchten, so würde ich mir große Sorgen über seinen
genetischen Aufbau machen. Können Sie sich vorstellen, einen Rüden
mit weniger als 62,5 cm in einen Schauring zu bringen oder einen
solchen Rüden für Ihr Zuchtprogramm einzusetzen? Wir müssen
realistisch werden, ich bin seit über 30 Jahren in dieser Zucht, ich
bin ein Championshop Show Judge und ein halbwegs erfolgreicher
Züchter. Ich verzweifele an unserem Rassestandard bei der Höhe des
Widerrists und ich ärgere mich, wenn meine Intelligenz immer wieder
beleidigt wird. Auf vielen GSD-Schauen in der ganzen Welt höre ich,
dass Hunde eine Körklasse 1 aus Deutschland haben und wenn ich sie
anschaue und sogar einige von ihnen messe, sind sie größer als 66
cm, einige sogar bis zu 70 cm.
Es ist höchste Zeit, dass der SV damit aufhört, die Körung aufgrund
einer Übergröße zu verweigern und den Rassestandard zur Größe
ändert. Ich würde vorschlagen, dass 65 cm das ideale Maß für einen
Rüden ist, und dass wir eine Abweichung von 2,5 cm in beide
Richtungen zu diesem Maß für eine Körklasse 1 erlauben sollten.
Außerhalb dieses Bereichs sollte eine Ankörung in Körklasse 2
ergeben. Es sollte möglich sein, die Messung anzufechten, falls der
Besitzer den Maßen, die der Körmeister abgenommen hat, nicht
zustimmt. Ich bin absolut sicher, dass gut über 95 % der Rüden in
den Schauringen dieser Welt in den von mir vorgeschlagenen Bereich
fallen, mit einem sehr großen Anteil in der oberen Hälfte.
Wir haben einen Rassestandard für die Größe, die vom SV, den SV
Richtern und den Körmeistern als unantastbar und “in Stein
gemeißelt” erachtet wird. Dann erlaubt dieses System diesen wenigen
Menschen, auf eine sehr selektive Art und Weise auf einer unpräzisen
Messung zu bestehen, insbesondere bei der Körung. Sollte hier irgend
jemand der Meinung sein, dass meine Infragestellung der Fähigkeit
eines Körmeisters, präzise und ehrlich zu messen, falsch ist, dann
brauchen wir kein System zur Anfechtung, dann lassen Sie die
perfekten Körmeister bitte vortreten.
Wenn der SV das Ausmaß des Problems anzweifelt oder meine
Bemerkungen und Behauptungen in irgendeiner Weise anzweifeln möchte,
würde ich gerne vorschlagen, dass sie die unabhängige Messung der
ersten 20 Hunde ALLER Klassen der Siegerschau 2008 in Aachen
veranlassen. Mein Vorschlag beabsichtigt NICHT, die
Verantwortlichkeiten des Richters in irgendeiner Weise zu ersetzen,
er beabsichtigt, eine unabhängige und sachliche Information zur
Größe jedes ausgestellten Hundes zu bekommen. Die Maßinformation
sollte dann zum frühestmöglichen Zeitpunkt in der SV Zeitung
veröffentlicht werden. Solche offenen und transparenten Prüfungen
von einfach erhaltbaren Informationen zu den Spitzenhunden auf der
Siegerschau jedes Jahr wären von unschätzbarem Wert für den
zukünftigen Erfolg unserer Zucht. Das ist uns sicherlich allen klar.
Ich vergesse nicht einen Augenblick lang, dass diese Siegerschau die
“Deutsche Siegerschau” ist. Jedoch ist sich der SV der weltweiten
Verantwortung, die er für unsere Zucht hat und des weltweiten
Einflusses dieser Siegerschau voll bewusst. Nicht zu vergessen, die
weltweite Macht und der Einfluss, die der SV durch den WUSV besitzt.
Ich bin der festen Überzeugung, dass, wenn der SV weder Änderungen
beim Rassestandard zur Größe einführt, noch Änderungen seiner Zucht-
und Körordnung zur Größe, insbesondere in Bezug auf das Körwesen, er
sich in Zukunft mit Rechtsstreitigkeiten in Deutschland und anderen
Teilen der Welt konfrontiert sieht. Man sollte sich bewusst sein,
dass wir in einer Zeit leben, in der Rechtsstreitigkeiten häufiger
werden, aber auch eine sehr einfache und umfassende globale
Kommunikation möglich ist. Die momentane Situation ist nicht haltbar
und die Herausforderung besteht darin, Änderungen zu formulieren,
die nachhaltig sind und eine transparente Ehrlichkeit fördern.
Vielleicht kann eine Klage gegen die Körmeister angestrengt werden,
die eine derartige absolute Macht bei der Körung und insbesondere
bei der Messung der Größe der Hunde haben.
Körordnung Punkt 2.5.4 Das Urteil des amtierenden Körmeisters ist
endgültig. Ein Einspruch dagegen ist nicht zulässig.
Körordnung Punkt 6.4 Maße und Gewichte. Die Maße für Gewicht,
Brusttiefe und Brustumfang können durch den Körleiter oder durch
einen beauftragten Helfer genommen werden; die Abnahme des
Widerristmaßes erfolgt durch den Körmeister.
Körordnung Punkt 7.5 Nachstehende Mängel schließen eine Körung aus:
b) Über– bzw. Untergröße von mehr als 1 cm.
Körordnung Punkt 7.7.3 Die Körung endet durch “Abkörung”. Diese
erfolgt auf Antrag des Körmeisters oder eines Zuchtrichters an das
Köramt (Hauptgeschäftsstelle). Für die Zeitdauer eines Verfahrens
kann das Ruhen der Körung angeordnet werden.
Die Sieger-Richter für 2008 und alle SV Richter sollten JEDEN HUND,
der in Deutschland gezeigt wurde, messen. Falls ein Hund zu groß
ist, sollten sie unmittelbar die Körordnung Punkt 7.7.3 anwenden.
Wenn ihnen dies nicht möglich ist, sollten sie zumindest ehrlich bei
der TATSÄCHLICH VORHERRSCHENDEN GRÖßE unserer Zucht sein, und den
Rassestandard entsprechend anpassen. Es ist inakzeptabel, den Kopf
in den Sand zu stecken. Das Größenproblem wird nicht kleiner, wenn
alles wächst und wir müssen der Realität ins Auge sehen und
unbedingt neue Höhenmaße beim Rassestandard implementieren. Ich
glaube absolut nicht an das Argument, dass wenn die Größe beim
Rassestandard angehoben wird, unsere Rasse sogar noch größer wird.
Das ist ein Argument, das von denjenigen kommt, die das jetzt
unehrliche und korrupte System beibehalten wollen. Der Weg, um
sicherstellen, dass das NICHT passiert, ist ganz einfach: Richter
und Körmeister messen ehrlich und sehr streng, absolut OHNE
AUSNAHMEN, noch nicht einmal für Freunde oder andere Richter oder
Körmeister oder irgendwelche anderen Beziehungen. Der SV muss dann
eine Regel einrichten, die einen Richter oder Körmeister seines
Amtes enthebt, wenn er einen Hund nicht richtig misst. Vielleicht
kann das berühmte deutsche “Effizienz und Qualität” dem SV in dieser
wichtigen Angelegenheit nahegelegt werden.
Vielleicht hatte der SV Richter der kanadischen Siegerschau 2007 den
Mut (sic), übergroße Hunde aus der Klasse zu werfen, aber nicht
genug Mut, um die oben genannte Körordnung Punkt 7.7.3 umzusetzen.
Andererseits hatte er ihn vielleicht doch???
Noch einmal: Ich entschuldige mich nicht dafür, dass ich diese sehr
ernsten Themen in meinen IMPRESSIONEN anspreche. Die Siegerschau ist
die weltweit wichtigste und einflussreichste Deutsche
Schäferhund-Schau. Wir müssen alle die wichtigsten Themen, die die
Zukunft unserer Zucht betreffen, ansprechen und für Diskussionen
offen sein, so dass sie von den mächtigen und einflussreichen
Deutschen Schäferhund-Organisationen, insbesondere denjenigen in
Deutschland, dem Heimatland, ernst genommen werden.
Ich freue mich schon auf die Siegerschau im nächsten Jahr, die in
Aachen, in der Nähe von Köln im Nordwesten Deutschlands stattfinden
wird. Aachen ist eine sehr wohlhabende Stadt mit sehr guten,
obgleich teuren Hotels. Viele 3- und 4-Sterne-Hotels berechnen um
die 150 Euro pro Nacht, oftmals ohne Frühstück. Also buchen Sie
bitte Ihre Hotels früh genug, damit Sie nicht enttäuscht werden.
Holland und Belgien sind nicht weit entfernt vom Austragungsort,
falls Sie also bereit sind, einen Weg von bis zu 40 km auf sich zu
nehmen, können Sie auch dort preisgünstige Hotels buchen. Rose &
Harry Emmett haben wieder einmal ihren exzellenten Sieger-Trip zur
diesjährigen Schau organisiert und ich habe gehört, dass sie ihn
nächstes Jahr wieder planen und hoffentlich noch oft in der Zukunft.
Aufgrund der Nähe des Austragungsorts Aachen zur Fährverbindung
Dover – Calais, etwa 3 Stunden Fahrzeit von Calais, wird der
Reisebus direkt zum Hotel in Aachen fahren. Die Trips finden große
Unterstützung und Anklang – die Atmosphäre ist fantastisch. Da man
die sonst übliche Übernachtung in Frankreich wegfallen lässt, wird
der Trip kürzer sein. Diejenigen unter Ihnen, die noch nie auf einer
Siegerschau waren, oder seit Jahren nicht mehr, kommen Sie 2008. So
Gott will, werden wir uns dort treffen.
David
Payne – Videx GSD