Der Kennel
Club sollte folgende Frage beantworten:
Würde der Kennel Club einen blinden und tauben, reinrassigen Wurf
Welpen registrieren, deren Elterntiere an schwerer
Hüftgelenksdysplasie, schwerer Ellbogendysplasie, Epilepsie und
Haemophilie leiden?
Die ÖFFENTLICHKEIT hat das Recht auf eine Antwort!
REGISTRIERUNGEN stehen im Zusammenhang mit den Einkünften des Kennel
Clubs an erster Stelle, vor dem dringenden Bedarf an fundamentalen,
bedeutungsvollen und effektiven Maßnahmen zur wesentlichen
Verbesserung der Gesundheit und des Wohlergehens von Rassehunden.
Dies ist auch der Hauptgrund dafür, dass mit dem Kennel Club
wesentliche und nachhaltige Verbesserungen von Gesundheit und
Wohlergehen von Rassehunden nicht erreicht werden können.
Der Kennel
Club legt keinen Wert auf strikte Identifizierungskriterien für die
Zulassung zu offiziellen Ausstellungen, und, was noch schlimmer ist,
die auszustellenden Tiere müssen nicht einmal gesundheitliche
Mindestanforderungen erfüllen. Sogar der Best-in-Show-Sieger der
CRUFTS, gar nicht zu sprechen von den anderen Siegern der CRUFTS,
darf an einer Anzahl Erbkrankheiten leiden, die durch einen
Gesundheitstest festgestellt werden könnten oder bereits tatsächlich
festgestellt wurden.
Bei den
derzeitigen Prioritäten des Kennel Clubs wäre der Gesundheit und dem
Wohlergehen von Rassehunden am besten ohne den Kennel Club gedient.
Man muss nur bedenken, wie der Kennel Club im letzten Jahr mit der
Gesundheit und dem Wohlergehen der in großer Zahl vertretenen und
sehr beliebten Rasse, des deutschen Schäferhunds, umgegangen ist.
Das Folgende ist aus sachlichen Gründen nur eine Zusammenfassung,
die aber dem Leser hoffentlich ein klares Bild davon gibt, was der
Kennel Club alles für die Gesundheit und das Wohlergehen des
deutschen Schäferhundes nicht tut. Und offensichtlich trifft das
auch auf alle anderen Rassen zu.
Deutscher
Schäferhund (German Shepherd Dog, GSD)
Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass der Gesundheit und dem
Wohlergehen des deutschen Schäferhundes am besten in den nationalen
DSH Zuchtvereinen gedient wäre, die Mitglieder der Weltunion der
Schäferhundvereine (WUSV), der GSD League und BAGSD (British
Association for German Shepherd Dogs) sind, die gemeinsam mit dem
GSD Breed Council alle DSH-Zuchtvereine in Großbritannien
repräsentieren.
Diese hoch
angesehenen Organisationen haben sich 2008 zur GSD Partnership
(GSDP) zusammengeschlossen und haben gemeinsam ein
Verbesserungsprogramm (Planned Improvement Programme - PIP) geplant
– (Anhang 1). Es besteht aus einer Liste von Verbesserungen
im Hinblick auf die Gesundheit und das Wohlergehen des deutschen
Schäferhundes, die vom Kennel Club absichtlich umgangen werden.
Im November
2008 weigerte sich der Kennel Club, das geplante
Verbesserungsprogramm (Planned Improvement Programme - PIP) in die
Agenda des gemeinsamen Meetings mit der GSDP aufzunehmen. Trotz
weiterer Treffen mit dem Kennel Club im April 2009 und August 2009
wurde keinerlei Fortschritt erzielt. Öffentliche Stellungnahmen des
Kennel Clubs wurden anscheinend mit dem Ziel ausgearbeitet, die
gemeinsamen Diskussionen außer Acht zu lassen, was sich bestätigte,
als der Kennel Club sich stur weigerte, das Protokoll des Meetings
im August 2009 gemeinsam zu vereinbaren, und darauf bestand, dass
seine Version die richtige sei, und sich stur weigerte, im Bezug auf
diesen Meinungsunterschied Zugeständnisse zu machen, so dass die
gemeinsamen Diskussionen hätten fortgesetzt werden können.
All dies
gipfelte darin, dass der Kennel Club die GSDP komplett außer Acht
ließ und im Umgang mit den DSH-Zuchtvereinen zu seiner gewohnten,
diktatorischen Position zurückkehrte, indem er den Dialog mit der
GSDP abbrach und anstatt dessen in der ersten Januarwoche 2010 ein
Pressestatement herausgab. Die ursprüngliche Haltung, die Vergabe
von Challenge Certificates (Siegertitel) an DSH auch im Jahr 2012 zu
verweigern, wurde fortgesetzt, indem der Kennel Club nun verlangte,
das die einzelnen DSH-Zuchtvereine eine “Zusage” (Anhang 2)
unterzeichnen sollten, damit sie Challenge Certificates zugeteilt
bekommen. Eine eindeutige Teile-und-Herrsche-Politik, außerdem eine
eindeutige Politik, das geplante Verbesserungsprogramm (Planned
Improvement Programme, PIP) der GSDP zu sabotieren, und überdies
eine klare Haltung, als ERSTE PRIORITÄT weiterhin das Erzielen von
Einkünften aus REGISTRIERUNGEN beizubehalten. Außerdem sind die
Kommentare in der “Zusage” eindeutig politisch so
ausgerichtet, dass der Eindruck entsteht, als ob die GSD Partnership
kein ernsthaftes Interesse an der Gesundheit und dem Wohlergehen des
deutschen Schäferhundes hätte. DIES STIMMT NATÜRLICH NICHT. Tatsache
ist, dass es der Kennel Club ist, der in dieser Hinsicht versagt.
Man muss nur das geplante Verbesserungsprogramm (PIP) der GSDP
durchlesen, um dies voll zu verstehen.
Und das war
dem Kennel Club noch nicht genug, man stellte dort außerdem fest,
dass viele GSD-Zuchtvereine zur Ausstellung ihrer Schäferhunde das
deutsche System attraktiv fanden. Man kannte auch die Popularität
des GSD BRITISH SIEGER EVENTS, das in den letzten fünf Jahren
jährlich stattfand. Auch war bekannt, dass die Veranstaltung der
Mitgliedsclubs der WUSV nach dem deutschen System stattfand, bei
dem eine Identifizierung und ein Gesundheitstest zu den
Zulassungsbedingungen gehören. Etwas, was beim Kennel
Club leider nicht der Fall ist. Da nun der Kennel Club fürchtet,
dass sich für deutsche Schäferhunde eine alternative Showkultur
entwickeln kann und wird, wurde folgende Klausel in die “Zusage”
aufgenommen.
Klausel 9.
“Der Club bestätigt, dass er im Hinblick auf alle Angelegenheiten
mit dem Kennel Club im guten Glauben verfahren wird, einschließlich
der Zusage, dass er ohne die ausdrückliche Erlaubnis des Kennel
Clubs keine Veranstaltungen abhalten wird, die gemäß den Regeln und
Bestimmungen einer anderen Organisation als dem Kennel Club
stattfinden.”
Warum diese
Klausel in eine Zusage aufgenommen wurde, die sich angeblich primär
auf die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlergehens des
deutschen Schäferhundes bezieht, bleibt unklar.
Ich glaube,
dass dadurch der Fortschritt für den deutschen Schäferhund in
Großbritannien durch WUSV-Veranstaltungen behindert werden soll.
Der Kennel
Club zeigt deutlich, dass er den großen Einfluss, den Hundeshows auf
Züchter haben können, nicht nutzt, was von Professor Bateson in
seinem letzten Bericht belegt wird; in der Antwort auf folgende
Frage eines Schäferhundzüchters heißt es:
Frage: “Wir
stellen derzeit einen Schäferhund mit einem Hüftwert von 3-47=50 aus
(Anmerkung des Verfassers – es handelt sich dabei um eine schwere
Hüftgelenkdysplasie). Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie bitte
für uns klären könnten, ob ein Zuchtrichter den Hüftwert unseres
Hundes berücksichtigt, ihn also bei der Ausstellung dafür bestrafen
kann, obwohl er sehr gesund ist und die Bewegungsabläufe
hervorragend sind?”
Der Kennel
Club antwortete: “Um Ihre Frage zu beantworten: Zuchtrichter
müssen nur sichtbare Erkrankungen berücksichtigen, an denen
ein Hund leidet und die seine Gesundheit und sein Wohlergehen
beeinträchtigen. Deshalb werden Tatsachen über den
Gesundheitszustand des Hundes wie der Hüftwert vom Schaurichter bei
der Beurteilung nicht berücksichtigt und es wäre auch unangebracht,
aufgrund von solchen Informationen Bewertungen vorzunehmen.”
Diese
Antwort des Kennel Clubs ist sehr aufschlussreich und die Verwendung
des Wortes sichtbar belegt klar seine Einstellung: “ aus den
Augen – aus dem Sinn” im Bezug auf Gesundheitstest-Informationen.
Sie belegt auch, dass man nicht willens ist, Ergebnisse von
Gesundheitstests zur Bedingung für die Zulassung zu vom Kennel Club
konzessionierten Shows zu machen. Das ist beschämend und zeigt klar,
dass bei ihnen Showzulassungen der Gesundheit und dem Wohlergehen
von Rassehunden gegenüber den Vorrang haben, übertroffen werden
diese nur von ihrer ersten Priorität, ihr Einkommen aus
Registrierungen zu sichern. Und das ist genau das Gegenteil dessen,
was sie eigentlich tun sollten und es belegt, dass der Kennel Club
im Hinblick auf die Gesundheit und das Wohlergehen von Rassehunden
“fachlich ungeeignet” ist.
Ich möchte
an dieser Stelle die Frage stellen, welche “Zusage” bezüglich
Gesundheit und Wohlergehen der Kennel Club von den Rassehundzüchtern
verlangt, die einen WURF BEI IHNEN REGISTRIEREN wollen?
Dabei ist
die Effektivität des Kennel Clubs bei der Umsetzung wesentlicher
Änderungen zu berücksichtigen, mit denen wesentliche Verbesserungen
für die Gesundheit und das Wohlergehen von Rassehunden ernsthaft
gefährdet werden, nur damit das klar im Vordergrund stehende
Einkommen aus den REGISTRIERUNGEN und den Showeintragungen des
Kennel Clubs geschützt und maximiert wird. Dies könnte nicht
deutlicher belegt werden als durch die fehlenden Fortschritte mit
der GSDP und ihrem hervorragenden geplanten Verbesserungsplan für
die Gesundheit und das Wohlergehen. Das geplante Verbesserungsplan
würde verlangen, dass der Kennel Club seine Prioritäten ändert, wozu
er offensichtlich nicht in der Lage und auch nicht gewillt ist.
Die GSD
Partnership (GSDP) und auch die Weltunion der Schäferhundvereine
(WUSV) ist sich der Tatsache bewusst, dass einige deutschen
Schäferhunde Probleme mit der Festigkeit der Hinterhand haben. Das
ist weder richtig noch positiv und kann nur dadurch gebessert
werden, dass ein informiertes Beurteilungssystem etabliert wird, in
Verbindung mit einer Informationskampagne, die die ganze
Schäferhundzucht erreicht.
Der Leser
sollte keine Zweifel daran hegen, dass die GSD League of Great
Britain (WUSV Mitglied), der älteste und einflussreichste
DSH-Verein, weiterhin sämtliche möglichen Anstrengungen unternehmen
wird, um eine wesentliche Verbesserung der Gesundheit und des
Wohlergehens des deutschen Schäferhundes sicherzustellen, in
Übereinstimmung mit dem geplanten Verbesserungsplan (Planned
Improvement Programme - PIP), das von ihr ins Leben gerufen wurde.
Ich bin auch zuversichtlich, dass sie von vielen anderen
Schäferhundvereinen und von der WUSV stark unterstützt wird, wo man
ein wirkliches Interesse an der Gesundheit und dem Wohlergehen
unserer herrlichen Rasse in der Zukunft hat.
David Payne
VIDEX GSD
www.videxgsd.com
Anhang 1
Geplantes
Verbesserungsprogramm - “Planned Improvement Programme” (PIP) für
die Gesundheit und das Wohlergehen, von der GSD Partnership (GSDP)
Eine Liste von
Verbesserungen, die vom Kennel Club absichtlich ignoriert wird.
1)
Der Zuchtname deutscher Schäferhund (Alsatian) sollte an den Rest
der Welt angeglichen und somit in „deutscher Schäferhund“ geändert
werden. Damit würden auch Irrtümer ausgeräumt, die in der
Öffentlichkeit bestehen, wo man häufig meint, es existieren zwei
verschiedene Arten/Rassen – der deutsche Schäferhund und der
Alsatian (Elsässer).
2)
Einführung einer obligatorischen Ankörung, bevor eine Zuchterlaubnis
erteilt wird.
3)
Es dürfen keine Hündinnen unter 21 Monaten zur Zucht verwendet
werden.
4)
Es dürfen keine Rüden unter 18 Monaten zur Zucht verwendet werden.
5)
Inzucht, die enger als 3, 2 oder 2, 3 ist, wird nicht akzeptiert.
6)
Obligatorische Ausbildung für Zuchtrichter mit einem Prüfausschuss
von erfahrenen Zuchtrichtern, der vom KC und den Partnern
bevollmächtigt ist und der die Einhaltung der Regeln durch die
Zuchtrichter überwacht, mit regelmäßigen Diskussionsforen.
7)
Reduzierung der Liste der Zuchtrichter auf ein aktives
Register und eine Qualifiziertenliste.
8)
Inzucht muss zur Differenzierung auf der KC-Ahnentafel gezeigt
werden.
9)
Ein rascher Gewinn bei der Unterscheidung zwischen deutschen
Schäferhunden, die getestet wurden, und solchen, die nicht getestet
wurden, ließe sich für den KC dadurch erzielen, wenn sie die
international gültigen Gesundheits- und Arbeitstests für die Rassen
anerkennen würden. Der Standard eines guten Teils der Schäferhunde,
die beim KC registriert sind, ließe sich so nachweislich verbessern.
10)
Zukünftige Zuchtstandards:-
11)
Jeder Welpe, der beim Kennel Club registriert wird, muss Eltern
haben, die beide die beide geröntgt wurden und einen Hüftwert von
maximal 20 haben (wobei keine Seite höher sein darf als 12) oder für
die ein ähnliches, anerkanntes ausländisches Ergebnis vorliegt.
12)
Jeder Welpe, der beim Kennel Club registriert wird, muss Eltern
haben, bei denen eine Röntgenaufnahme der Ellenbogen gemacht wurde
und die dabei durch die BVA oder anhand eines anerkannten
ausländischen Status bewertet wurden.
13)
Der Vater jedes Welpen, der beim Kennel Club registriert wird, muss
einen Hämophilie-Test bestanden haben, wenn die Zucht in
Großbritannien erfolgt ist.
14)
Jeder Welpe, der beim Kennel Club registriert wird, muss Eltern
haben, die beide zu Identifizierungszwecken entweder tätowiert
wurden oder einen entsprechenden Mikrochip tragen, so dass die
Identität des jeweiligen Hundes mit seiner Dokumentation
übereinstimmt.
15)
Die Eltern jedes Welpen, der beim Kennel Club registriert wird,
müssen über eine DNA-Identifizierung verfügen, die beim Kennel Club
oder einer anerkannten ausländischen Behörde gespeichert ist.
16)
Jeder Welpe, der beim Kennel Club registriert wird, muss der
Farbanforderung des Zuchtstandards entsprechen.
17)
Die Eltern jedes Welpen, der beim Kennel Club registriert wird,
müssen eine Körung bestanden haben (in dem Jahr, in dem die Tiere 2
Jahre alt werden – oder älter), entweder in Großbritannien oder bei
einer anerkannten ausländischen Behörde.
18)
Die Körung in Großbritannien muss verbessert werden und einen
Fitness-/Ausdauertest umfassen, der dem Ausdauertest entspricht, der
von den internationalen WUSV-Behörden verlangt wird.
19)
Die Eltern jedes Welpen, der beim Kennel Club registriert wird,
müssen entweder eine anerkannte Schutzhundprüfung des Kennel Clubs
oder der WUSV bestanden haben, mit mindestens dem Gold Kennel Club
Good Citizen Test oder einer Begleithund-Qualifikation.
20)
Der Züchter jedes Welpen, der beim Kennel Club registriert wird,
muss über ein gültiges Kennel Club Präfix verfügen.
Anhang 2
die Kennel Club
“Zusage”
für die
DEUTSCHE SCHÄFERHUND (Alsatian) Zuchtvereine
Bei seinem Treffen am 05. Januar 2010 besprach der Vorstand des
Kennel Clubs erneut die Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem
deutschen Schäferhund.
Wie bereits zuvor berichtet, ist der Kennel Club sehr enttäuscht
über den mangelnden Fortschritt nach den Treffen mit der GSD
Partnership in den Jahren 2008/9. Dass man sich über das Protokoll
des Meetings vom 18. August 2009 nicht einigen konnte, ist besonders
enttäuschend, besonders, da das Problem der ungesunden Hinterhand
und Sprunggelenke einiger Hunde innerhalb der Zucht weithin bekannt
ist.
Der Kennel Club wartet seit Juli 2009 darauf, dass die deutsche
Schäferhund-Community insgesamt eine sinnvolle und praktikable
Vorgehensweise im Zusammenhang mit diesen Gesundheits- und
Wohlergehensproblemen in der Zucht vorschlägt, die vom Kennel Club
zu Recht thematisiert wurden. Dies ist bislang noch nicht erfolgt
und der Kennel Club hat nun, wie er es vor drei Wochen angekündigt
hat, entschieden, zusammen mit einzelnen Züchterclubs, die dazu
bereit sind, einige proaktive Schritte zu unternehmen. Dies ist ein
Versuch, die Gesundheit und das Wohlergehen der Rasse zu schützen
und deren Zukunft zu sichern, was auch das alleinige Motiv des
Kennel Club während der Diskussionen mit der deutschen
Schäferhund-Züchtergemeinschaft war.
Grundsätzlich werden nur denjenigen zur Wahl stehenden Clubs
Challenge Certificates für 2012 zugeteilt, die Folgendes
akzeptieren: